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  • AutorenbildBenno

Videos mit der DJI Mini 3 Pro

In diesem Beitrag findest du die idealen Einstellungen fürs Filmen mit der DJI Mini 3 Pro Drohne. Es geht um die richtigen Kameraeinstellungen als Basis für die Nachbearbeitung und hilfreiche Tipps für Perspektiven und Kamerabewegungen.




DJI Mini 3 Pro

Die DJI Mini 3 Pro Kameradrohne wurde im Mai 2022 vorgestellt und bietet neben den aktuellen Funktionen wie Hinderniserkennung und Kameramodi wie Active Track vor allem ein sehr geringes Gewicht, womit sie den Drohnenführerschein überflüssig macht. Gleiches gilt für die DJI Mini 3, die im Dezember 2022 vorgestellt wurde, allerdings einen wesentlich geringeren Funktionsumfang bietet.


Einen Vergleich der DJI Mini 3 Pro mit der DJI Mini 3 und den größeren Mavic Modellen findest du in diesem Artikel. Hier erkläre ich auch, warum ich mir die Mini 3 Pro gekauft habe und welche Drohne ich dir je nach Einsatzzweck empfehle.


Kamera der DJI Mini 3 Pro

Die DJI Mini 3 Pro hat einen 1/1,3" CMOS-Sensor - das ist ordentlich für das geringe Gewicht und beschert uns eine für viele Zwecke ausreichende Auflösung. Auch der Dynamikumfang kann sich sehen lassen und bietet uns Möglichkeiten, mehr aus den Aufnahmen herauszuholen. Videos können wir in 4K mit bis zu 60 Frames pro Sekunde aufnehmen, für die Zeitlupe in Full HD sind auch 120 fps möglich. Wichtig zu wissen ist, dass die Kamera eine feste Blende von f/1,7 hat, was enorme Auswirkungen auf die Kameraeinstellungen hat - dazu im folgenden Abschnitt mehr.


Du kannst beim Filmen entweder den Automatik-Modus verwenden, in welchem die Drohne für dich entsprechend der Lichtsituation die geeigneten Einstellungen vornimmt, damit dein Video ideal belichtet wird. Alternativ stehen dir mehrere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung, die du durch Tippen auf das Kamerasymbol mit "AUTO" unten rechts aufrufen kannst. Im "PRO"-Modus kannst du die folgenden Einstellungen vornehmen.


Ideale Einstellungen (PRO-Modus)

Format & Farbprofil:

Sofern du deine Videos im Nachhinein bearbeiten möchtest, solltest du so viele Informationen wie möglich mitnehmen. Das gelingt dir, indem du mit dem D-Cinelike Farbprofil aufnimmst. Hier werden die Farben in 10-Bit-Tiefe gespeichert, sodass du mehr Dynamikumfang hast. Beachte aber, dass die Aufnahmen ooc (Out Of Camera) noch blass sind und du zwingend eine Bearbeitung vornehmen solltest. Keine Zeit dafür? Dann nimm das Farbprofil "Normal". Kodierst du in H.265 hast du mehr Informationen gespeichert als im H.264 Format - für die Bearbeitung also geeigneter. Beachte aber, dass du hierfür deutlich mehr Speicherplatz benötigst und auch dein PC mit den großen Dateien umgehen können muss.


Temperatur:

Um dir die Nachbearbeitung zu erleichtern, indem du stets die selbe Farbtemperatur in deinen Aufnahmen hast, solltest du diese definieren. Wenn du die Einstellung der Drohne überlässt, bekommst du unweigerlich Schwankungen, etwa wenn du die Kamera in einigen Szenen anders zur Sonne ausrichtest oder sich die Lichtsituation bspw. bei einem Sonnenuntergang während der Aufnahmen verändert.


Ich nehme immer mit 5900 Kelvin auf, was für die meisten Situationen am natürlichsten wirkt und zu meinen Edits passt.


ISO-Wert:

Den ISO-Wert solltest du so gering wie möglich halten, um wenig Rauschen in deinen Aufnahmen zu gewährleisten. Nur in Ausnahmefällen solltest du also über den Wert 100 gehen. Passe stattdessen lieber die Belichtungszeit an.


Ich nehme meine Videos immer mit ISO 100 auf.


Belichtungszeit:

Um eine möglichst natürliche Bewegungsunschärfe zu erzielen, wird beim Filmen mit der "doppelten Framerate" belichtet. Das heißt, dass du für ein Video mit 24 bzw. 25 Frames pro Sekunde mit einer Belichtungszeit von 1/50 Sekunden belichten solltest. Bei 60 fps sind es entsprechend 1/120 Sekunden. Sofern möglich, solltest du dich an diese Faustregel halten, um Ruckler zu vermeiden.


Denn belichtest du kürzer, nimmt die Kamera viel mehr Bilder als benötigt auf, die dann zum Erreichen der definierten Framerate deines Videos herausgerechnet werden müssen. Je mehr Bilder du aufnimmst, desto ruckliger wird die Aufnahme. Belichtest du hingegen länger, stehen dir zu wenige Bilder für die definierte Framerate zur Verfügung, was auch durch die Nachbearbeitung nicht kompensiert werden kann. Die fehlenden Bilder sorgen dann besonders bei schnellen Kamerabewegungen zu einem unscharfen Wischen.


Ich nehme meine Videos immer mit 1/60 bzw. eine Frame-Rate von 30 Bildern pro Sekunde auf.


Das Problem mit der Blende

Die Offenblende (z.B. f/1,7) kennen wir von der Fotografie als Möglichkeit, unser Motiv maximal freizustellen und den Hintergrund entsprechend schön unscharf zu bekommen. Praktisch dabei ist, dass durch die offene Blende sehr viel Licht auf den Sensor kommt und man dadurch sehr kurz belichten kann - bei Aufnahmen von Menschen und Tieren ideal.


Nun hast du gerade gelesen, dass wir zum Filmen aber keine beliebige und vor allem keine zu kurze Belichtung wollen, um die ideale Bewegungsunschärfe zu erhalten. Je länger die Belichtung, desto mehr Licht kommt an. Damit die Aufnahmen nicht zu hell, also überbelichtet werden, blendet man normalerweise ab - schließt also die Blende, damit hier weniger Licht durchkommt. Leider geht das bei der DJI Mini 3 Pro aber nicht, weshalb wir bei normalen Lichtverhältnissen am Tag vor einem Problem stehen: Entweder wir belichten über, sodass unsere Aufnahmen viel zu hell werden oder wir verändern doch die Einstellungen und nehmen die Ruckler in Kauf.


Je nach Bewölkung und Tageszeit wird die Aufnahme so hell sein, dass trotz Nachbearbeitung nichts zu retten ist - dann ist alles für die Tonne. Also Belichtung anpassen? Wenn es so hell ist, sprechen wir von Belichtungszeiten von 1/500 oder sogar 1/1000, also weit entfernt von den idealen Einstellungen. Die Lösung: ND-Filter!


Der Einsatz von ND-Filtern

Auch in der Fotografie nutzt man ND-Filter, um am Tag länger zu belichten, bspw. einen Wasserfall oder ziehende Wolken. Das Prinzip ist einfach: Man schraubt / steckt ein dunkles Stück Glas vor das Objektiv, sodass weniger Licht ankommt. Je dunkler das Glas, desto länger muss man belichten, um eine korrekt belichtete Aufnahme zu erhalten. Hierfür gibt es Stufen, die sich auch als Blendenstufen umrechnen lassen. Ein ND16-Filter "schluckt" bspw. 4 Blendenstufen, ein ND1000-Filter 10 Blendenstufen.


Auch für die DJI Mini 3 Pro kannst du ND-Filter kaufen, die vor die Linse geschoben werden. Es empfiehlt sich, ein Set zu kaufen, damit du für jede Lichtsituation den passenden Filter hast. Sehr häufig ist der ND16-Filter passend, wenn die Sonne stark scheint, greife ich auch mal zum ND64-Filter. Hier findest du einen Link zu meinem ND-Set für die Mini 3 Pro - Kostenpunkt ca. 65€.


Alles manuell oder Teil-Automatik?

Im Pro-Modus ist es auch möglich, bestimmte Einstellungen manuell vorzunehmen während andere Parameter automatisch angepasst werden. Beispielsweise lässt sich der ISO-Wert auf 100 fixieren und die Drohne passt weiterhin die Belichtungszeit automatisch an die Lichtsituation an. Dass das jedoch wenig Sinn macht, wurde wohl bereits deutlich. Ich empfehle dir, nur in seltenen Fällen auf die Automatik bzw. Teil-Automatik zurückzugreifen, aus einem einfachen Grund:


Stellst du die Kamera ein, orientierst du dich dabei an einer bestimmten Perspektive und richtest auf diese Situation alle Einstellungen aus, damit diese Aufnahme ideal belichtet ist. Du legst los mit der Aufnahme und fliegst mit der Drohne herum. Nach einem Schwenk zur Seite oder nach oben hast du jedoch auf einmal eine ganz andere Lichtsituation. Hier kann die Automatik helfen, dass du weiterhin ein ideal belichtetes Bild erhältst, indem die Einstellungen angepasst werden. Klingt zunächst gut, doch stellt dich dies vor ein Problem: Deine Bearbeitung richtest du auch auf ein bestimmtes Bild aus und sobald du innerhalb eines Clips eine Veränderung der Einstellungen hast, passt deine Bearbeitung nicht mehr. Schlimmer noch sieht es in Bezug auf Wechsel der Belichtungszeit innerhalb des Clips aus. Hierdurch entstehen in manchen Phasen Ruckler, in anderen nicht und so wirkt der Clip sehr unnatürlich.


Meine Empfehlung daher: Eine Einstellung für einen Clip - auch wenn dadurch die ein oder andere Szene unter- bzw. überbelichtet wird. So erhältst du nämlich einen natürlichen Look und deine Bearbeitung passt zum gesamten Clip. Es ist ratsam, sich immer an der hellsten Szene zu orientieren, damit du lieber unterbelichtest, als zu hell aufzunehmen. Denn ich persönlich mag lieber einen dunklen Wald als einen komplett ausgebrannten weißen Himmel. Richte also die Kamera zunächst Richtung Sonne aus oder eben in jene Richtung, die in deinem Video die hellste sein wird. Stelle dann die Kamera passend ein und filme mit diesen Einstellungen deinen kompletten Clip.



Kamerabewegungen

Die Einstellungen passen und jetzt kann es losgehen. Je nach Intention musst du nun überlegen, wie du dein Motiv in Szene setzt. Hierfür bietet die Drohne dir bereits einige Möglichkeiten ("Quickshots"). Die Kontrolle selbst zu übernehmen erfordert neben Ruhe auch etwas Übung, ermöglicht dafür aber individuelle Ergebnisse, die perfekt zu deinem Video passen. Gerade am Anfang solltest du üben, gleichmäßige und ruhige Schwenks zu fliegen. Denn zu schnelle Bewegungen sehen im Video einfach nicht gut aus. Hilfe kann dabei der C-Modus sein - du kannst die Drohne entweder im N-Modus (Normal), im S-Modus (Sport) oder im C-Modus (Cine) fliegen. Im Cine-Modus führt die Drohne Kursänderungen ruhiger aus, sodass ein Schwenk zur Seite viel geschmeidiger wirkt, als dies in den anderen Modi der Fall ist. Trotzdem ist es erforderlich, dass du die Fernbedienung mit Vorsicht nutzt und keine ruckartigen Bewegungen machst. Besonders das Beenden eines Schwenks solltest du oft üben, damit du bspw. gegen Ende langsamer wirst und die Bewegung nicht abrupt stoppt, sobald du die Kamera ausgerichtet hast.


Inspiration geben möchte ich dir mit den folgenden "Moves", die sich mittlerweile durchgesetzt haben und professionelle und vor allem harmonische Präsentationen deines Motivs ermöglichen. Diese gelten natürlich nicht nur für die Mini 3 Pro, sondern für alle Drohnen-Modelle.


Fly up:

Tiefe erzeugen, indem du Stück für Stück mehr von der Szene zeigst - das geht, indem du von deiner Position aus aufsteigst, ohne zu schwenken. Die Kamera bleibt also die ganze Zeit nach vorne ausgerichtet, während du nur deine Höhe steuerst und gleichmäßig aufsteigst. Beachte dabei, dass nicht zu viel Wind herrscht, damit du wirklich ohne Bewegungen zur Seite nach oben steigen kannst.


Bird´s Eye View:

Wie der Name schon sagt zeigst du hier das Motiv aus der Vogelperspektive, indem du die Kamera vollständig nach unten ausrichtest (90 Grad). Noch schöner wirkt es, wenn du dich dabei bewegst, also etwa sinkst oder dich drehst. Wichtig ist jedoch, dass du hier besonders vorsichtig bist, da bei dieser Perspektive Bewegungen sehr deutlich sichtbar sind, weil sich der Bildausschnitt enorm verändert.


Pull In:

Gerade am Anfang wirst du oft Aufnahmen machen, wo du geradeaus auf dein Motiv zufliegst. Das schaut auch schön aus, kann jedoch bei einer langen Strecke und gleichbleibender Geschwindigkeit etwas langweilig werden. Fliege trotzdem so und versuche, den Kurs beizubehalten. Dadurch kannst du in der Nachbearbeitung durch Speed-Ramping oder Schnitte deinen Weg "verkürzen" und den Zuschauer so abwechslungsreich zu deinem Ziel mitnehmen, ohne komplizierte Kamerabewegungen zu machen.


Bypass:

Etwas schwieriger aber dafür mit tollem Effekt ist der Bypass, bei dem du vorwärts fliegst und dabei die Kamera langsam nach oben schwenkst. Diese Bewegung eignet sich besonders für Orte, an denen du einen tollen Ausblick hast, der sich dem Zuschauer nach und nach eröffnet, während du durch die Vorwärtsbewegung Dynamik erzeugst. Gleiches gilt für ein Motiv direkt unter dir (bspw. ein fahrendes Auto) - du zeigst dem Zuschauer dabei, wohin bzw. in welcher Umgebung das Motiv fährt.


Circle and Track:

Die Mini 3 Pro bietet Active Track, also die Möglichkeit, ein festgelegtes Motiv zu verfolgen. Mehr Dynamik erzeugst du, indem du die Drohne zusätzlich zur Ausrichtung auf das Motiv einen großen Kreis um das Motiv fliegen lässt. Hierdurch kannst du auch die gesamte Kulisse in deinen Clip mit einfließen lassen. Wichtig ist, dass du genügend Platz hast und die Kreisbewegung gleichmäßig erfolgt.


Fixed Tracking:

Gleiches Spiel, jedoch umkreist du hier nicht das Motiv, sondern begleitest es in eine festgelegte Richtung. Die Drohne fliegt also seitwärts, um immer die gleiche Entfernung und die gleiche Perspektive auf das Motiv zu haben, während sich die Kulisse ändert. Dieser Modus eignet sich besonders bei sich bewegenden Motiven wie Autos oder Boote.


Fly Backwards:

Besonders am Ende eines Videos bietet es sich an, Ruhe zu erzeugen und nochmal deine Szene in ihrer Gesamtheit darzustellen. Hierfür kannst du von deinem Motiv einfach zurückfliegen, sodass es sich immer weiter entfernt und der Zuschauer mehr von der gesamten Szene sieht. Achte hier darauf, die Hinderniserkennung aktiviert zu haben und grundsätzlich nur in die Richtung zu fliegen, in der du nicht blind irgendwo hineinrauschst.


Surround and Fly Back:

Du entfernst dich hier immer mehr vom Motiv, während du es gleichzeitig umkreist. Es handelt sich also nicht um einen gleichmäßigen Kreis, da du den Radius immer weiter vergrößerst. Das sorgt für viel Dynamik und eignet sich besonders für eine Endszene im Video.



Zusammenfassung

Ich hoffe natürlich, dass ich dir mit meinen Tipps helfen kann, bessere Videos mit der Mini 3 Pro zu machen. Jeder fängt einmal "klein" an und muss sich an die Funktionen rantasten - auch ich habe meine ersten Videos im Automatik-Modus aufgenommen. Je mehr du dich mit den Funktionen und Einstellungen beschäftigst, desto individueller kannst du deine Motive in Szene setzen und desto besser wird auch die Qualität der Videos.


Die von mir genannten Einstellungen sind jene, mit denen ich die besten Erfahrungen gemacht habe - natürlich muss man immer je nach Situation entscheiden, ob eine Anpassung sinnvoll ist. Mich würde daher sehr interessieren, ob du mit anderen Einstellungen ebenfalls gute oder sogar bessere Erfahrungen gemacht hast. Vielleicht hast du ja auch noch ein paar coole Kamerabewegungen, die mit der Mini 3 Pro schöne Szenen ergeben. Lass es mich wissen und schreib gerne einen Kommentar!



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