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  • AutorenbildBenno

Neue Photoshop-AI

Die neue Beta von Adobe bringt mit "Generative Fill" einen Meilenstein ins Rollen und verspricht einen riesigen Wandel in der Fotografie.


Als die ersten Berichte zur neuen Beta-Version von Adobe Photoshop rauskamen und zugleich die ersten Ergebnisse kursierten, dauerte es nicht lange, bis ich mich selbst von den neuen Funktionen überzeugen wollte und mir entsprechend die Beta-Version des neuen Photoshop-Updates heruntergeladen habe. In diesem Artikel möchte ich dir einerseits ein paar der neuen Funktionen von "Generative Fill" zeigen und andererseits meine persönliche Einschätzung zum Thema geben.


Generative Füllung

Das Herzstück des Updates ist ein mächtiges AI-Tool namens "Generative Fill", das es ermöglicht, mittels Texteingabe Bereiche im Bild durch die KI erzeugen zu lassen. Das geht von kleinen Korrekturen bis hin zum Austauschen des Hintergrundes oder das Hinzufügen neuer Bereiche, um ggfs. ganz neue Bilder zu erzeugen. Aktuell ist die Texteingabe nur auf Englisch möglich und die KI noch lange nicht ausgereift, doch die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend.


Die Veränderungen durch die Generative Füllen werden als neue Ebenen erzeugt, sodass sich alle Veränderungen verlustfrei entfernen lassen - die Funktion fügt sich also in den gewohnten Photoshop Workflow ein und ermöglicht grenzenloses Experimentieren.


Das ist bislang möglich

Erweitern des Bildes

Aus Querformat Hochformat machen, ohne die Hälfte des Bildes zu verlieren? Kein Problem. Das Bild ins gewünschte Format transformieren und den leeren Raum mit der Generativen Füllung erweitern lassen.


Hintergrund ändern

Lästiges Freistellen mit der Maus und das Einfügen oder Erzeugen neuer Ebenen für einen anderen als den ursprünglichen Hintergrund sind nun nicht mehr nötig. Photoshop wählt zuverlässig den Hintergrund aus und passt ihn entsprechend deiner Eingabe an, sodass du in Sekundenschnelle dein Motiv in neuem "Licht" darstellen kannst. Besonders interessant natürlich für Portraits und Produkte.



Änderungen am Motiv vornehmen

Das Outfit der Person auf dem Bild ändern oder ein Gerüst am Gebäude entfernen - kein Problem mit einer kurzen Beschreibung deines Wunsches im Textfeld. Von diesen Möglichkeiten war ich besonders beeindruckt, wenngleich hier manchmal noch einige Fehler passieren. Es bleibt spannend, wie stark sich diese Funktionen noch in Zukunft verbessern. Sehr gut ist auch, dass sich diese Änderungen auch an den von der KI erzeugten Bereichen im Bild vornehmen lassen. Ist dir bspw. der erzeugte Baum zu groß, kannst du eingeben, dass dieser kleiner werden soll oder eine andere Laubstruktur haben soll...



Neue Objekte hinzufügen

Einen Wasserfall in die triste Landschaft einfügen, einen schönen Vordergrund oder etwas Nebel im Hintergrund? Manipulationen wie diese machen gerade im Landschaftsbereich manchmal Sinn und sind spielend einfach, hier sind auch die Ergebnisse schon oftmals richtig passend und fügen sich harmonisch ins Bild ein. Es sind auch kleinere Änderungen möglich, etwa das Einfügen eines Schattens oder ein Lichteinfall. Hier lassen sich also einfach Elemente zur Aufwertung der Stimmung einfügen, ohne den Charakter des Bildes zu verlieren.




Copyright

Ebenfalls relevant ist die Frage nach den Lizenzen für die von der KI eingesetzten Daten, die schließlich alle aus realen Bildern stammen. Die gute Nachricht: Adobe stellt alles lizenzfrei zur Verfügung, da die Daten von Adobe Stock kommen bzw. lizenzfreien Bildern entspringen, sodass die Ergebnisse der Generativen Füllung ebenfalls lizenzfrei sind. Das bedeutet, dass auch einer gewerblichen Nutzung nichts im Wege steht.


Mein Eindruck

Sehr schnell habe ich festgestellt, dass es zurecht noch die Beta-Version ist, da einige Ergebnisse nicht dem entsprechen, was einer gelungenen Manipulation des Bildes würdig ist. Das ist aber auch völlig legitim, wie ich finde, da es eben eine KI ist, die sich erst am Anfang befindet und durch jeden Einsatz trainiert wird, um genauere bzw. passendere Ergebnisse zu erzeugen. Insofern helfen auch alle derzeitigen Versuche - ob erfolgreich oder nicht - die Funktionen zu optimieren. Durch einen Daumen hoch bzw. runter kann man schnell Feedback geben zu den ausgespuckten Ergebnissen. Das solltet ihr auch fleißig nutzen, denn jede Rückmeldung trägt zur Verbesserung der Funktionen bei.


Schnell verliert ein Foto durch die Manipulationen seinen ursprünglichen Charakter und man kann meinen, dass sich das Fotografieren kaum noch lohnt, wenn sich eh alles einfügen lässt. Frühes Aufstehen für einen schönen Sonnenaufgang? Nicht mehr nötig. Locationscouting für einen außergewöhnlichen Vordergrund? Nicht mehr nötig. Warten auf einen windstillen Tag für gute Reflektionen? Nicht mehr nötig. Das ist für einen Fotografen ganz schön frustrierend, zu sehen, wie die eigenen Ergebnisse, die bislang mit viel Planung und Anstrengung verbunden waren, in 2 Sekunden am PC entstehen können.


Auch Designer sind von den Änderungen stark betroffen, sodass sich hier direkte Auswirkungen auf eine ganze Branche ergeben. Ich gehöre nicht zu der Fraktion, die das verteufelt, wenn sich etwas so grundlegend auf unsere Arbeit auswirkt. Letztlich sind es Chancen, die auch erstmal sinnvoll genutzt werden müssen, bevor man darüber negativ urteilt. Dennoch bin ich auch der Meinung, dass es den allgemeinen Blick auf die Ergebnisse von Fotografen & Co. grundlegend ändern wird - Wer kann auf einem Bild sehen, welche Inhalte real sind und welche Fake? Wie lässt sich noch die Leistung des Urhebers beurteilen und hebt man sich bald nur noch durch tolle KI-Änderungen statt besondere Lichtstimmungen oder Locations ab?


Letztlich kommt es auch auf den Zweck des Einsatzes von "Generative Fill" und anderen AI-Funktionen an. Für viele Bereiche ist es einfach eine enorme Erleichterung des Bearbeitungs-Workflows, um Retuschen vorzunehmen. Bei der Erstellung neuen Contents muss man aufpassen, in welche Richtung das ganze geht. Es bleibt spannend, wie sehr sich bald künstliche Landschaften im Instagram-Feed tummeln und wie schnell der ein oder andere Fotograf verlernt, eigenständig harmonische Bilder zu machen. Ich selbst werde transparent umgehen mit den Änderungen und hoffe, dass dies viele auch so handhaben werden. Ein einfacher Verweis, welche Elemente im Bild "neu" sind, schadet niemandem und sorgt für einen offenen Umgang mit KI - was in Zukunft nicht nur im Bereich der Fotografie wichtig sein wird.



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