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  • AutorenbildBenno

Schottland Roadtrip (1)

Aktualisiert: 29. Mai 2023

Fotospots entlang unserer Route und Stellplätze zum Freistehen mit genauen Standorten, Fotos und Beschreibungen der Locations gibt es in diesem Reisebericht (Teil 1)



Im August 2022 verbrachten wir 10 Tage in Schottland, die wir intensiv nutzten, um die schöne Landschaft mit einem gemieteten Camper zu erkunden. Es war unser erster, aber sicherlich nicht letzter Besuch dort, da wir sehr begeistert waren von der unberührten Natur und den Möglichkeiten, inmitten gewaltiger Schluchten, karger Klippen und unendlichen Weiten in den Highlands freistehend zu übernachten. Die gesamte Route unserer Reise in der Übersicht findest du unten im Beitrag (mit Link zu einer personalisierten Google-Maps-Karte unserer Foto- und Übernachtungsspots).


Tag 1: Edinburgh & Glasgow

Mit dem Flugzeug (und somit leider ohne Hund) ging es für uns von Düsseldorf-Weeze nach Edinburgh. Den vorab gemieteten VW T6 mussten wir jedoch in der Nähe von Glasgow abholen, sodass wir uns direkt in einen Bus setzen, der uns in ca. 1 Stunde in den Westen bringt (Skylink-Bus (ca. 10 Pfund). Da wir erst nachmittags ankamen, hatten wir im Vorfeld beschlossen, den Camper am nächsten Morgen zu holen, um genug Zeit für die Fahrt in die Highlands zu haben und uns die teure Nacht mit dem T6 zu sparen. Das AirBnB in Glasgow kostete uns nur knapp 50€ und so haben wir auch die Möglichkeit, uns die junge und dynamische Stadt anzuschauen. Bis auf die Street Art hat uns Glasgow leider nicht so angesprochen. Wir waren ja eh der Natur wegen hier und so kehrten wir schnell zurück, um uns für die ambitionierten Pläne am kommenden Tag ausruhen zu können...



Tag 2: Pick-Up & Fahrt Richtung Norden

Nachdem wir mit dem Bus und unseren schweren Rucksäcken nach Wishaw - einem Vorort von Glasgow - gefahren waren, stehen wir vor unserem neuen Begleiter für die nächsten Tage. Es ist ein von WeeCamper ausgebauter VW T6.1 mit Aufstelldach und Küche - zugegeben ein Glücksgriff im Anbetracht unserer knappen Buchung. Der T6 ist das perfekte Fahrzeug für den nötigen Komfort und die engen Straßen, sparsam im Verbrauch und schick dazu auch noch. Nach der Einführung und dem Verstauen unseres Gepäcks geht es dann erstmal zum Supermarkt - aufregende Minuten. Denn natürlich wird in UK links gefahren und man muss sich zudem erstmal an das neue Fahrzeug gewöhnen. Dann noch im Stadtverkehr von Glasgow...


Nachdem wir uns großzügig mit Lebensmitteln für die Woche versorgt hatten, geht es auf die M80 Richtung Loch Lomond Nationalpark, der ein Stopp wert wäre, allerdings keine guten Übernachtungsmöglichkeiten bietet (weitere Infos hier), sodass wir Strecke machen und weiter nach Norden fahren. Ziel der Fahrt, während der ich mich immer mehr an den Camper und die Straßen gewöhnen kann, ist die Gegend um Glencoe und hier kommt bereits echtes Highland-Feeling auf. Die Gegend ist dünn besiedelt, die Berge werden höher und die Wälder weichen der kargen Landschaft. Wir sind also wirklich angekommen und fahren an unzähligen kleinen Seen vorbei, während sich Sonne und Regen gefühlt im Minutentakt abwechseln.



Im Rannoch Moor geht es dann irgendwann ab von der A82 und wir befinden uns auf einer schmalen Single Track Road, die sich durch das Tal "Glen Etive" schlängelt. Zu diesem Zeitpunkt ist es schon recht spät, es wird langsam dunkler und wir haben die Befürchtung, keinen Stellplatz mehr zu bekommen. Denn der Parkplatz am Ende des Tals ist klein und auf dem Weg dorthin gibt es kaum bis keine Möglichkeiten, über Nacht zu stehen. Als uns dann noch einige Camper entgegenkommen, schwinden unsere Hoffnungen, hier fündig zu werden und bereits am ersten Tag von unserer Planung abzuweichen. Die Fahrt soll noch 30 Minuten dauern und so sind wir hin- und hergerissen, ob wir umdrehen sollen. Letztlich geben wir Glen Etive eine Chance, weil bereits die Fahrt nach unten durch dieses schöne und gewaltige Tal verspricht, dass es sich lohnen könnte. Und es lohnt sich!



Unten angekommen - die Straße endet einfach - treffen wir auf einen tatsächlich gar nicht so kleinen Parkplatz auf dem nur 2 Camper stehen, es ist noch viel Platz und so parken wir schnell, denn es wird bereits ziemlich dunkel. Meine Frau hatte auf der Fahrt aber noch etwas entdeckt, sodass sie zurück zur Straße läuft und mich schließlich abholt, ich solle nochmal ein paar Meter zurückfahren. Auch das lohnt sich, denn so stehen wir für die Nacht völlig alleine auf einem grünen Plätzchen in der Nähe der Straße (die natürlich in der Nacht nicht befahren ist) - mit Blick auf die Berge und den Fluss, was auf dem Parkplatz nicht der Fall gewesen wäre. Wir können es gar nicht glauben, dass dieser Ort trotz Dunkelheit so schön ist und wir gleichzeitig keinen anderen Menschen sehen, auf keinen anderen Camper Rücksicht nehmen müssen und uns ganz klein in dieser gewaltigen Kulisse fühlen.


Für ein paar Fotos und ein Timelapse hat die Zeit dann noch gereicht und danach gab es eine sehr wohltuende warme Mahlzeit, die wir uns redlich verdient hatten. Während der nächtliche Regen auf das Dach prasselt, schlafen wir entsprechend des anstrengenden und eindrucksvollen Tages ziemlich gut. Die meisten Bilder habe ich am nächsten Tag machen können, im nächsten Abschnitt gibt es also nochmal einige Eindrücke!





Tag 3: Mammut-Strecke und der Norden

Einen richtigen Sonnenaufgang gibt es leider nicht, aber trotzdem verbringe ich ca. 1 Stunde damit, Zeitraffer zu erstellen, Fotos zu machen und die Drohne fliegen zu lassen. Denn vor allem aus der Luft entfaltet sich die Schönheit des Tals, wenn der Fluss sich auf einmal verzweigt und dann in den Loch Etive führt. Ich war entsprechend froh, als auf einmal noch die Sonne rauskam und so einige Aufnahmen entstanden, die mit zu meinen Favoriten der ganzen Reise gehören.



Nachdem die Drohne aufgrund geringen Akkustands (ich konnte es einfach nicht lassen) irgendwo selbstständig landete und ich bereits den Tag vor dem Abend lobte, müssen wir aufbrechen, da eine Mammut-Strecke auf uns wartet: Unser Ziel ist der Norden und da waren wir noch ein gutes Stück entfernt. Nach der Fahrt über die enge Straße hoch zur A82, die wir diesmal für ein paar Stops unterbrechen konnten, um weitere Bilder zu machen, geht es nochmal kurz nach rechts, um den Fotospot "Black Rock Cottage" mitzunehmen. Das ist aufgrund des Lichts und Wetters nicht optimal und im Vergleich zum Flußtal nicht sonderlich beeindruckend, sodass wir dann schnell wieder auf die A82 fahren. Diesmal aber nach links in Richtung Glencoe, um von dort dann nach Fort William bzw. Fort Augustus zu fahren. Im Anschluss geht es am Loch Ness vorbei (ziemlich langweilig und total überlaufen) immer weiter Richtung Norden. Nach 3 Stunden haben wir erst die Hälfte der Strecke geschafft - man kommt wirklich langsam voran...



Kurz nach Inverness führt uns die A9 dann an die Küste, an der wir zügig Strecke machen können, um schließlich gegen 18 Uhr in Old Wick anzukommen. Auf dem Weg halten wir noch in einer kleinen Küstenstadt und essen im Internet empfohlene Fish & Chips, die so schlecht waren, dass ich es hier nicht weiter ausführen muss. Also zwar gesättigt aber nicht gänzlich zufrieden und vor allem tierisch erschöpft stehen wir schließlich auf den Klippen an der Ostküste. Das Land ist hier ziemlich flach und es gibt neben einigen kleinen Orten vor allem Schafe und andere landwirtschaftliche Flächen, aber die Küste ist zum Teil sehr steil. So auch in Old Wick, wo wir mit Blick auf die Ruine des "Old Wick Castle" stehen, eine Fläche, die zu einem Pferdehof gehört. Kostet 10 Pfund per Paypal, was recht viel ist, da es eben nur die Wiese ist - ohne Infrastruktur wie Mülleimer oder sanitäre Anlagen. Das ist uns aber nach der langen Fahrt egal, für eine Suche nach einem kostenlosen Stellplatz mit ansehnlichem Blick haben wir einfach keine Energie mehr.



Bei einem kleinen Spaziergang entlang der Klippen erscheint der Ort dann noch schöner als zu Beginn festgestellt. Vor allem der Sonnenuntergang ist ein Traum und so können wir erneut mit einem Lächeln auf den Lippen Abendessen kochen und im Anschluss unter einem sehr klaren Sternenhimmel übernachten. Die Milchstraße ist hier mit bloßen Auge sichtbar, dennoch war ich in der völligen Dunkelheit etwas herausgefordert mit den Einstellungen, sodass bei dem Ausflug in den kalten Wind ein nicht ganz so zufrieden stellendes Ergebnis herauskommt. Das war mir allerdings nach dem Erlebnis und den rauschenden Wellen wenige Meter neben unserem Schlafplatz ziemlich egal...



Du möchtest wissen, wie es weiterging, möchtest unsere Spots auf der Isle of Skye wissen oder hast einfach so Gefallen an meinem Bericht gefunden? Dann lies gleich hier weiter beim zweiten Teil des Berichts: Schottland Roadtrip (Teil 2)



Zu meinen Spots, den Routen und unseren Schlafplätzen als geteilte Karte gelangst du hier: Link


Hier habe ich dir die Route mit allen Foto-Locations und Schlafplätzen eingebettet:





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