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Nikkor AF-S 50mm f1.8 G

Aktualisiert: 11. Nov 2020

Erfahrungsbericht zur Festbrennweite von Nikon. Ein Objektiv, das in keiner Fototasche fehlen sollte und erstklassige Bilder (von Hunden!) ermöglicht.


Vielleicht hast du es schon beim Stöbern auf dieser Seite und in der Fotoschule bemerkt, mit People-Fotografie, insbesondere Portraits habe ich nichts am Hut. Ich kann es nicht sonderlich gut und mir macht es keinen Spaß, vielleicht liegt es daran, dass ich selbst total ungern vor der Kamera stehe. Das Nikkor AF-S 50mm f1.8 G ist DIE klassische Portrait-Linse - wieso also besitze ich sie, wenn ich keine Fotos von Menschen mache?

Nikkor AF-S 50mm f1.8 G

Preis: ca. 200€

Technische Daten:

  • Brennweite: 50mm

  • Lichtstärke: 1.8

  • Naheinstellgrenze: 45cm

  • Filtergröße: 58mm

  • Gewicht: 200g


Das Nikkor ist eine Festbrennweite. Das bedeutet, dass ich nicht zoomen kann, die Brennweite bleibt immer bei 50mm, was durch den Crop-Faktor (1,5 bei Nikon APSC) 75mm entspricht. Dass die Brennweite fix ist, hat einige Vorteile. Einerseits wird es erforderlich, dass sich der Fotograf bewegt, um die richtige Entfernung und Perspektive zum Motiv zu haben. Das ist etwas unbequemer, als einfach stehen zu bleiben und zu zoomen, aber durch die Bewegung und die eingeschränkte Perspektive, muss man sich viel mehr Gedanken machen, was wie aussehen könnte und wie man sich am besten hinstellen sollte, um eine bestimmte Perspektive zu bekommen. Und genau das ist die eigentliche Fotografie! Hinstellen, rumknipsen und hoffen, dass was gutes dabei war -okay, aber dazu brauche ich keine Kamera, das geht auch mit dem Handy. Habe ich den Anspruch, gute Bilder zu machen, die sich nicht nur durch die Auflösung hervorheben, sondern vor allem durch die Kreativität und Professionalität, die dahinter steht, dann nutze ich eine Kamera und eine Festbrennweite ermöglicht mir, zu lernen, wie die Bildgestaltung funktioniert.

Eine Festbrennweite ist gleichzeitig für den Hersteller wesentlich einfacher zu konstruieren, damit geht einher, dass mehr Platz, Gewicht und Budget für hochwertige Linsen, einen guten Autofokus und eine weite maximale Blendenöffnung ist. So kommt es, dass das Nikkor 50mm eine sehenswerte optische Qualität liefert, die Bilder sind gestochen scharf und das Bokeh bei Blende 1.8 ist ein Traum.

Fiete in der Frühlingssonne - der Fokus sitzt perfekt, das Bild ist super scharf und der Hintergrund wunderschön weich


Trotzdem haben wir nicht geklärt, wieso ich das Teil nutze, wenn es eigentlich für Portraits geschaffen wurde. Nun, die Aussage, dass es nur für Portraits geschaffen wurde, ist natürlich falsch. Wenn ich das Objektiv kaufe, kann ich damit machen, was ich will und der Auslöser lässt sich trotzdem betätigen, auch wenn keine Person Richtung Sensor lächelt. Trotzdem hat eine 50mm Festbrennweite ihre Stärken bei Portraits, zum Einen aufgrund der idealen Brennweite, die mir eine gute Entfernung zum Model ermöglicht, ohne 20 Meter entfernt zu stehen. Zum Anderen aufgrund der Lichtstärke, denn bei Portraits ist das Freistellen des Motivs im Vordergrund, ein schönes weiches Bokeh ist gewünscht und hier ist eine Blende von 1.8 oder größer erforderlich.


Und jetzt kommt das ABER: Mein Hund hat auch ein schönes Gesicht und ich fotografiere Hunde nicht nur beim Rumrennen, sondern auch mal im Sitzen oder Liegen. Was spricht also dagegen, Portraits nicht nur von Menschen zu machen. Die Blende von 1,8 ermöglicht es mir ja, das Motiv freizustellen, der Hintergrund wird unscharf und das sieht auch bei Hunden wunderschön aus. Gleichzeitig ermöglicht mir eine weite Blendenöffnung, dass viel Licht auf den Sensor fällt, ich also kürzere Belichtungszeiten nutzen kann. Diese sind wiederum notwendig, wenn ich ein Tier fotografiere, da die sich nunmal bewegen...

Auch bei diesem Bild sieht man die Qualität der Abbildungsleistung. Die offene Blende und dadurch die kurze Belichtungszeit fangen selbst kleinste Tröpfchen ein und Details kommen toll zur Geltung


Mache ich also alle meine Hundebilder mit der 50mm Festbrennweite? Nein. Denn wie gesagt, ist eine Festbrennweite nicht so flexibel und ich muss mich ständig bewegen, um die richtige Entfernung und die richtige Perspektive zu haben. So viel Zeit habe ich bei einem Hund häufig nicht. Je nach Stress-Level oder Gehorsam, ist es schon eine Herausforderung, dass der Hund ein Weilchen sitzen bleibt, bis ich ein paar Bilder gemacht habe. Wenn ich da noch hin und her renne, mich verrenke und die Kamera gleichzeitig aufdringlich klackert, ist der Hund schneller aus dem Sucher verschwunden, wie ich "Foto" sagen kann. Mit ein bisschen Übung und Erfahrung mit Hunden kann man dieses Problem reduzieren, aber es bleibt immer noch bestehen.

Bis ich hier so positioniert war, dass ich sowohl das Hauptmotiv als auch die Stadt und den Himmel auf dem Bild hatte und der Fokus richtig gesetzt war, durfte nicht viel Zeit vergehen. Denn solche Momente sind kurz und diese zu verpassen wäre sehr schade! Im Bild zu sehen: Hundetrainerin Alisa Staffeldt (LIKO) mit Dako.


Einfacher ist also ein Zoom-Objektiv, wie das Sigma 50-100mm f1.8 ART, das ich mir vor kurzem angeschafft habe. Das Teil ist jedoch fast 2kg schwer und ziemlich teuer, hat also auch Nachteile gegenüber der leichten Festbrennweite. Daher ist es immer eine individuelle Entscheidung, die ich in Abhängigkeit von der Stimmung des Hundes und seines Herrchens / Frauchens treffen muss. Habe ich die Chance, dass der Hund sitzen bleibt, ist die Festbrennweite mein Objektiv der Wahl. Wenn nicht, muss ich auf flexiblere Lösungen setzen.


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